Keine Angst vorm Ohrloch Stechen!

Ohrloch stechenSie möchten gern schönen Ohrschmuck tragen, haben aber noch Bedenken oder gar Angst vorm Ohrloch Stechen? Im Internet kursieren zahllose Mythen und Horrorgeschichten über das Stechen von Ohrlöchern. Wir können Sie beruhigen und möchten diesen Beitrag nutzen, um Ihnen den Schrecken vor dem „kleinen Pieks“ zu nehmen.

Wir stellen die beiden bewährtesten Methoden des Ohrloch Stechens vor vergleichen sie im Hinblick auf den Schmerzfaktor und die Hygiene miteinander. Außerdem zeigen wir, worauf Sie vor und nach dem Ohrlöcher Stechen achten sollten, damit sich anschließend nichts entzündet und Sie schon bald die schöne Ohrstecker, coole Fake-Plugs und elegante Perlen- und Goldohrringe tragen können.

Vorab ein paar Schlaumeier-Fakten zum Ohrloch!

Beim „Ohrloch“ (Englisch: Lobe) handelt es sich um einen hohlen Kanal, der durch die Ohrmuschel (in der Regel in die Ohrläppchen als „Lobe-Piercing“) gestochen oder „geschossen“ wird. Ohrlöcher dienen seit Jeher zum Tragen von Ohrschmuck wie Ohrsteckern oder Ohrringen. Neben dem Lobe-Piercing gibt es noch viele andere Stellen an der Ohrmuschel, an denen Ohrschmuck getragen werden kann. Zu den beliebtesten Piercing-Stellen am Ohr zählen:

  • Helix Piercing (Ohrloch am Knorpel der oberen Ohrkante)
  • Rook Piercing (Piercing durch die Anti-Helix)
  • Tragus Piercing (Piercing am Knorpelfortsatz am Gehörkanal-Eingang)
  • Conch Piercing (Ohrloch in der Ohrmuschel selbst)

Ohrloch Stechen: früher und heute

Es gibt verschiedene Arten, sich ein Ohrloch stechen zu lassen. Die ursprüngliche Art ist das Durchstechen mit einer glühenden Nadel. Früher verwendete man hierfür größere Nähnadeln. Hinter die Körperstelle, die durchstochen werden sollte, wurde eine Kartoffel oder ein Apfel gehalten, um einen Gegendruck zu erzeugen.

Die Stelle wurde vorher (wenn möglich) mit Eis betäubt, um den Schmerz zu verringern. Die Nadel und die Einstichstelle wurden zusätzlich mit hochprozentigem Alkohol desinfiziert, um Infektionen zu vermeiden. Sterilisiert wurde die Nähnadel durch starkes Erhitzen (bis die Nadelspitze glühte) über einer Flamme. Die rot glühende Nadel, an der oft auch ein dicker Faden befestigt war, wurde anschließend schnell und mit Druck durch das Ohr gestochen. Der Faden verblieb im frisch gestochenen Ohrloch, damit dieses nicht wieder zuwachsen konnte. Wie man sich gut vorstellen kann, war die Anzahl der Infektionen bei dieser Methode des Ohrloch Stechens nicht gerade unerheblich. Häufig sorgte der in der Wunde verbleibende Faden zur Ansammlung von Bakterien, die zu Entzündungen führten.

Ohrloch Stechen oder lieber schießen? Wie funktioniert das?

Glücklicherweise ist diese Piercing-Methode heute weitestgehend veraltet und wird in Europa so gut wie gar nicht mehr praktiziert. Heutzutage werden Ohrlöcher entweder gestochen oder - mit einem Pistole-ähnlichen Apparat - „geschossen“. Die Ohrlochpistole, die es seit den 1960er Jahren gibt, machte Ohrschmuck für viele Menschen möglich. In der Vorrichtung wird ein Ohrstecker (aus hautfreundlichem Material) platziert, und mit einer gespannten Feder in Sekundenschnelle in das Ohrläppchen getrieben. Diese Methode des Ohrloch Stechens ist bis heute sehr beliebt und wird bei Juwelieren und vereinzelt in Schmuckgeschäften und Friseuren eingesetzt. Auch das Piercen mit der "Nadel" wird seit einigen Jahren wieder populärer und immer häufiger prakiziert.

Insbesondere etablierte Piercer und Tattoowierer stechen Ohrlöcher mit einer Braunüle (hohle Nadel) oder mit einer Piercing-Nadelklinge, die direkt mit dem neuen Ohrstecker durch das Ohrläppchen geschoben wird. Die Braunüle und die Piercing-Nadelklinge (Blade) sorgen durch den scharfen Feinschliff für einen wesentlich saubereren Wundrand, als es mit einer Piercing-Pistole möglich wäre. Die Wundheilung beim herkömmlichen Nadel-Ohrlochstechen geht normalerweise schneller und die Heilung erfolgt problemloser. Ein weiterer Faktor, der für diese Methode spricht, ist es, dass die Piercing-Pistole nie zu 100% sterilisiert werden kann, was ein Restrisiko für Entzündungen nicht ausschließen lässt. Wirklich problematisch verläuft die Heilung in beiden Fällen nur äußerst selten.Schmerzen beim Ohrloch stechen

Welche Piercing Methode ist schmerzhafter?

Aus hygienischen Gesichtspunkten ist also eher zum Ohrloch Stechen mit der Braunüle (Nadel) zu raten. Wie sieht es jetzt aber mit dem Faktor Schmerzen beim Ohrloch Stechen aus? Welche von beiden Methoden bereitet mehr Schmerzen? Viele würden jetzt sofort vermuten, dass das Ohrloch Stechen mit einer Nadel schmerzhafter ist, als das schnelle Durchschießen mit der Pistole. Irrtum! Laut Erfahrungsberichten von Probanden, die beide Methoden ausprobiert haben, sagen die meisten, dass das Durchstechen mit der Nadel nicht nur genauso schnell ging, sondern auch weniger weh tat. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die „Schmerzen“ beim Ohrloch Stechen sehr unterschiedlich empfunden werden und sich im Bereich „leichte bis mittlere Schmerzen“ bewegen.

Auch nach dem Ohrloch Stechen kann es noch ein wenig brennen, was aber meist schon beim ersten Blick in den Spiegel vergessen ist. Der funkelnde Schmuck, der nun das Ohrläppchen ziert, lässt schnell den kleinen Pieks vergessen.

Was muss beim Ohrloch stechen beachtet werden?

Eines der Hauptrisiken, das häufig vorab nicht ausreichend geprüft wird, ist die Nickelallergie. Nickelallergien treten in manchen Fällen erstmalig nach dem Ohrloch Stechen auf. Heutzutage ist es allgemein üblich, dass der erste Stecker, den man beim Ohrloch Stechen bekommt, ein sogenannter „Gesundheits-Ohrstecker“ ist, der frei von Allergenen ist.

Dieser Stecker verbleibt im Ohrloch, bis die Wunde vollständig abgeheilt ist. Da die Nickelallergie eine Kontaktallergie ist, tritt sie dann auf, wenn ein Stoff, der Nickel enthält (z.B. Silber Ohrstecker können Nickel enthalten) mit einer offenen Körperstelle in Kontakt kommt. Besonders bei Kindern, bei denen häufig noch nicht alle Allergien bekannt sind, ist es sinnvoll, etwaige Nickelallergien vor dem Ohrloch Stechen vom Arzt prüfen zu lassen.

Frisch gestochene Ohrlöcher pflegen

Nach dem Ohrloch Stechen kann es noch einige Wochen (bis zu 6 Wochen) zu Entzündungen kommen. Um das Risiko von Infektionen zu minimieren ist es besonders wichtig, die Stelle fachgerecht zu reinigen und zu desinfizieren. Während der gesamten Heilungsphase muss der Gesundheitsstecker im Ohr verbleiben. Also für Eilige: Vorsicht ist geboten! Gerade Modeschmuck kann der Auslöser weiterer Entzündungen sein, wenn es sich um minderwertige Materialien handelt. Der Gesundheitsstecker kann täglich nach dem Waschen mit einem Haut-Desinfektionsmittel eingerieben und gedreht werden. Es ist allerdings ein weit verbreiteter Mythos, dass die Ohrstecker an der Wundstelle festkleben, wenn man dies nicht tut. Es dient lediglich der besseren Verteilung der Desinfektionslösung und somit einer besseren Hygiene.

Mehr Tipps zur Auswahl und richtigen Pflege

Viele weitere Tipps zur Auswahl des geeigneten Ohrstecker Materials sowie zur optimalen Pflege frisch gestochener Ohrlöcher, lesen Sie im passenden Beitrag: Ohrstecker Materialkunde und Pflegetipps, hier im Ohrstecker-Blog von Mein-Ohrstecker.de. Bei uns im Ohrstecker Shop findest du eine große Auswahl schöner Schmuckstücke für jeden Anlass und jeden Geschmack. Zum Verschenken haben wir auch eine schöne Auswahl an Schmuckboxen in vielen Farben.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesem Beitrag die Angst vorm Ohrloch Stechen nehmen und Sie umfassend über mögliche Risiken informieren. Trauen Sie sich! Es lohnt sich!

 

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